GWG legt Jahresabschluss vor

- Geschäftsergebnis auch für 2019 stabil

- Vertreterversammlung verschoben

Die Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG (GWG) hat sich auch im Geschäftsjahr 2019 in einem turbulenten Umfeld behauptet. Seit über siebzig Jahren steht die Genossenschaft für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt Gifhorn. Mit einer Durchschnittsmiete von 5,23 Euro lag sie im vergangenen Jahr deutlich unter den durchschnittlichen Bestandsmieten in Gifhorn.

Gerade 2019 war geprägt von einer gesellschaftlichen und wohnungspolitischen Diskussion über bezahlbares Bauen und Wohnen, teilt der geschäftsführende GWG-Vorstand Andreas Otto mit. Zum Teil wurde die Diskussion lautstark und mitunter hochemotional in den Medien und im wohnungspolitischen Raum geführt. „Solange die Nachfrage höher ist als das Angebot wächst für Vermieter die Chance, höhere Mieten aufzurufen. Das Selbstverständnis unseres genossenschaftlichen Denkens schließt sich dieser Logik nicht an. Für uns steht fest, bezahlbare Wohnungen im Bestand müssen bleiben, bezahlbare neue Wohnungen müssen entstehen”, so Otto weiter.

Vor diesem Hintergrund legt die GWG in diesem Jahr ihren Geschäfts- und Lagebericht vor. Wegen der aktuellen Corona-Situation findet die Vertreterversammlung nicht wie üblich Ende Juni statt. Aufgrund der rechtlichen Sonderregelungen für Genossenschaften kann die GWG diese Versammlung in die zweite Jahreshälfte verschieben.

Daher wird der Jahresabschluss, Geschäfts- und Lagebericht den Vertretern in diesem Jahr zunächst als gebundenes Exemplar zur Verfügung gestellt. Allen den sich aus der Feststellung des Jahresabschlusses ergebenden wirtschaftlichen wie formellen Verpflichtungen kommt die GWG auf der Grundlage der Corona-Gesetzgebung nach.

Der Aufsichtsrat ist dem Vorschlag des Vorstandes hinsichtlich der Ergebnisverwendung gefolgt. Danach schlägt der Aufsichtsrat der Vertreterversammlung vor, die satzungsgemäßen, gesetzlichen und freien Rücklagen mit 432.685,83 Euro zu bedienen. Darüber hinaus soll auf das dividendenberechtigte Guthaben eine Dividende in Höhe von drei Prozent ausgeschüttet werden. Alle dazu erforderlichen Beschlüsse werden durch die Vertreterversammlung in der zweiten Jahreshälfte getroffen.

Damit behält die Vertreterversammlung die grundsätzliche Zuständigkeit und die nach Genossenschaftsgesetz und Satzung der GWG fixierte Verantwortlichkeit. Die Handlungsfähigkeit des Unternehmens insgesamt, aber auch die Zuständigkeit der Vertreterversammlung als höchstes Beschlussgremium bleibt so erhalten, führt Otto aus.

Zum 31.12.2019 verfügte die GWG über 2.344 eigene Wohnungen, davon sind 286 öffentlich gefördert. Alle 4.845 Mitglieder sind entweder mit Wohnraum versorgt, sind Mitglied aus Vorsorgegründen oder unterstützen das Genossenschafts-Modell auf ideelle Weise, erläutert GWG-Vorstandskollegin Regine Wolters. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen rund 15,8 Millionen Euro. Insgesamt sind 25.347 Geschäftsanteile gezeichnet.

Wolters weiter: „Der Jahresüberschuss beträgt rund 888,5 T€ und entspricht der Planung und Erwartung. Somit hat sich unsere GWG im Geschäftsjahr 2019 betriebswirtschaftlich wiederum solide weiterentwickelt.“ Im Jahr 2019 hat die Genossenschaft 3,1 Millionen Euro in Sanierung, Modernisierung und Instandhaltung investiert. Das ergab eine durchschnittliche Investition pro Quadratmeter Wohnfläche von 21,74 Euro. Allein für die Instandhaltung wurden rund 17 Euro pro Quadratmeter aufgewandt. Für die Neubaumaßnahme „Franz & Klara“ in der Herzog-Franz-Straße 28 betrug die Investitionssumme 1,4 Millionen Euro.

Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter Wohnfläche betrug im Jahr 2019 Euro 5,23 (Vorjahr: Euro 5,14). Nennenswerte Leerstände waren nicht zu verzeichnen. Die Fluktuationsquote betrug 8,89 Prozent (Vorjahr: 9,48 Prozent). „Die Rahmenbedingungen lassen es im Augenblick zu, mit Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft zu blicken“, so GWG-Geschäftsführer Otto. „Dies setzt allerdings voraus, dass die gegenseitigen vertraglichen Verpflichtungen auch nachhaltig erfüllt werden. Unseren Nutzungsberechtigten stehen wir natürlich hilfsbereit zur Verfügung.“

Beide Vorstandsmitglieder machen deutlich, dass die Corona-Pandemie zu deutlichen Einschnitten im Sozial- und Wirtschaftsleben führt. Von einer Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Lage ist daher auszugehen. Die Geschwindigkeit der Entwicklung macht es allerdings schwierig, die Auswirkung zuverlässig einzuschätzen. „Dennoch verliert bei uns aufgrund der Corona-Krise kein Mieter seine Wohnung“, betonen beide Vorstandsmitglieder.

Der GWG-Vorstand rechnet mit Risiken für den zukünftigen Geschäftsverlauf. Die GWG steht in dieser Zeit auf der Grundlage ihrer bisherigen stabilen Geschäftstätigkeit früherer Jahre jedoch gut da und versucht als Fels in der Brandung die Interessen ihrer Mitglieder zu schützen, stellen beide Vorstände abschließend fest.